Liebe Leserx

Gleichstellung von Mann und Frau ist ja ein wichtiges Thema, aber was ist mit denen, die noch nicht so genau wissen, was sie nun sind?

Gender-Deutsch ist hier der Ausweg. Um der Diskriminierung Einhalt zu gebieten, hat die Gleichstellungsbeauftrage der Uni Köln jetzt auf 32 Seiten festgehalten, wie man dem entgegenwirkt: mit Sternchen „Mitarbeiter*innen“ oder Unterstrich „Mitarbeiter_innen“. Diese sogenannten Gender-Gaps sollen zeigen, dass auch die, die jetzt nicht wissen, ob sie männlich oder weiblich sind, in der Gesellschaft voll anerkannt sind. Es gibt weitere Varianten, z.B. Professx, Lehrx, Studentx, wobei das x als ix gesprochen wird: Professix. Das finde ich persönlich am schönsten, somit wären Asterix und Obelix endlich männlich, weiblich oder sie wissen es nicht genau.

Interessant ist, dass viele Universitäten sich dieser wichtigen Problematik angenommen haben. Studien werden gemacht, Diskussionen geführt, es geht schließlich um gesellschaftliche Gerechtigkeit.

Die deutsche Sprache geht zwar gerade völlig den Bach runter, aber wenigstens soll sie es genderhaft korrekt tun. Schaut man sich das Internet an, hat man schon jetzt das Gefühl, dass die deutsche Sprache rettungslos verloren ist. Der Deutschunterricht an den Schulen verflacht, das Niveau wird immer weiter nach unten angepasst.

Was mir bei dieser Gender-Diskussion allerdings auffällt, kann man nur schriftlich diskutieren. Schon die sprachliche Verwendung von „Liebe Studenten und Studentinnen“ wird oftmals so hingenuschelt, dass es sich wie „Liebe Studenten und Studenten“ anhört. Wie sollen jetzt die neuen Gender-Gaps in die gesprochene Sprache integriert werden, wenn schon so etwas Simples wie das angehängte „innen“ so kläglich scheitert? Aber schriftlich wird es wohl gehen, Papier ist bekanntlich geduldig.

Wolfgang Claussen

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