Auf ins Noldemuseum nach Seebüll

Für 35 Schülerinnen und Schüler der Husumer Gemeinschaftsschule Nord war es das absolute Highlight zum Schuljahresbeginn: Eine Fahrt nach Seebüll mit Führung und Malschule.

Zur Vorbereitung dieses Events hatten die Klassen 9c und 10a sowohl den (älteren) Dokumentarfilm des Museums, als auch die Verfilmung von Siegfried Lenz’ Roman „Die Deutschstunde“ in der ersten Schulwoche gesehen und besprochen.

Noldes Affinität zur Natur der Westküste sowie die Bedeutung des Arbeitsverbots durch die Nationalsozialisten waren also bereits bekannt, wurden dann bei der Führung durch Museum und Garten wieder aufgegriffen und erweitert. Die zwei Gruppen à 17/18 Jugendlichen konnten in Ruhe den Aufbau von Noldes Haus als Wohnhaus, Atelierhaus und Bildersaal in sich aufnehmen. Sehr anschaulich erklärten die beiden Museumspädagoginnen seinen künstlerischen Werdegang und gaben auch viele interessante Informationen über sein Privatleben. Sein tiefes Gefühl für die Natur und das drängende Bedürfnis diesem auf ganz eigene und noch nie dagewesene Art künstlerischen Ausdruck zu verleihen berührten die jungen Menschen. Am Beispiel des Lebens Jesu, das in sieben unterschiedlich großen Tafeln die gesamte Fläche des ehemaligen Atelierfensters einnimmt, wurde de ihnen klar, wie Nolde in seinen Menschenbildern vorgegangen ist, um mit den Mitteln der vereinfachten und manchmal auch verzerrten Form, aber auch immer wieder der Farben selbst Aussagen trifft. Freude bei der „Fleischwerdung“, das Leiden am Kreuz und die Fürsorge des Johannes, die „andere Welt“ der römischen Soldaten, die Schönheit des Auferstehungswunders, um nur einige zu nennen. Gefühle in ihrer Ursprünglichkeit so unumwunden auf die Leinwand gebannt, wirken die Bildes des großen Malers nach und zeugen von großer Kraft und Unbeugsamkeit.

Im Garten könnte man die ganze Farbenpracht noch einmal in Natura auf sich wirken lassen, bevor es dann ans praktische Arbeiten ging. Im Malsaal des Neubaus über dem Restaurant und im benachbarten ehemaligen Bauernhof gingen die Schülerinnen und Schüler dann ans Werk. Unter freundlicher und fachkundiger Anleitung könnten sie in den perfekt vorbereiteten Räumen gleich mit Kompositionsskizzen (Pinsel und schwarze Auszieh-Tusche) beginnen. Da große Aha-Erlebnis aber brachte die Malerei mit besonderen fließenden dänischen Aquarellfarben auf Bambuspapier. Alle waren von ihren Ergebnissen erstaunt und begeistert.

Dem Freundeskreis der Noldestiftuung sei an dieser Stelle gedankt für die großzügige Unterstützung, denn dieser wunderbare Tag inklusive Busfahrt kostete die jungen Menschen nur 5€ Eigenbeteiligung. Schon in den folgenden Kunststunden war beim Aquarellieren ein freierer Umgang mit Form und Farbe zu bemerken.

Die begleitenden Kunsterzieher waren einhellig der Meinung, dass auch weitere Schülergruppen der GMS Husum Nord nach Möglichkeit ein solches prägendes Erlebnis aus ihrer Schulzeit mitnehmen sollten.

Andrea Claussen

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Dorle Obländer

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