Warum unser Selbstwertgefühl so wichtig ist

Der Selbstwert ist wichtig, um sich sozial integrieren zu können. Das heißt, welche Kompetenzen haben wir, wie gehen wir an Problemlösungen heran und wie stark sind war abhängig von der Meinung anderer Leute.

Bei nicht ausreichendem Selbstwertgefühl schließen wir uns Gruppen an, die wir als positiv bewertet sehen, weil wir so glauben, dass die Zugehörigkeit zu solch einer Gruppe unser Ansehen steigern würde. Je stärker das eigene Selbstwertgefühl ist, desto weniger wichtig sind Gruppen für unsere soziale Identität.

Politische Gruppierungen profitieren davon. Hier sind wir, die Guten. Dort sind die Anderen, die Bösen. Fakten spielen keine Rolle, nur der Gegensatz ist wichtig. So entstehen Feindbilder. Und Feindbilder sind wichtig, um das eigene Handeln zu legitimieren. So beginnen Kriege, so wird gesellschaftliche Spaltung betrieben und Themenfelder werden besetzt. Ein Alarmzeichen ist immer, wenn die bunte Vielfalt der Gesellschaft auf ein simples Freund-Feind-Verhältnis reduziert wird. Moslems sind jetzt durch die Bank potenzielle Terroristen. Alle Medien berichten täglich darüber. Ein inszenierter Fokus auf diese Gruppe, andere Nachrichten werden dadurch quasi unsichtbar gemacht, eine perfide Taktik. Die Rechtsradikalen, die Flüchtlingsunterkünfte anzünden, sind aus dem Blickfeld verschwunden. 2016 sind 800 Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte verübt worden, darunter 61 Brandstiftungen und 10 Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz (Stand September 2016). Randnotizen mit geringem Empörungspotenzial.

Aber nicht nur in der Politik kann man dieses Phänomen beobachten. Eine kürzlich veröffentliche Studie zeigt, dass bei Helene Fischer-Fans auch das mangelnde Selbstwertgefühl eine Rolle spielt, unabhängig von Bildungsschicht und Einkommen. Als Fan ist man ein Teil einer Gruppe und hofft, Anschluss an Gleichgesinnte zu finden. Und vielleicht auch Teil dieser irrealen, aber vordergründig heilen Glitzerwelt zu werden. Sich dazugehörig fühlen, soziale Bindung und Akzeptanz.

Familienstrukturen haben sich verändert. Lebten früher mehrere Generationen unter einem Dach, haben sich diese sozialen Bindungsstrukturen aufgelöst. Die Generation Spaß und Konsum hat andere Prioritäten und vereinsamt dabei.

Besserung ist nicht in Sicht.

Wolfgang Claussen

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