Nordfriesland und andere Schönheiten

Eine Zeitreise durch 200 Jahre Kunst in Nordfriesland

So heißt die Ausstellung, die Sonntagvormittag in den Räumen von Ocke Peters im Treibweg eröffnet wurde. Sie umfasst ein weites Spektrum nordfriesischer respektive norddeutscher Kunst des späten 19. und des 20. Jahrhunderts von Hans Peter Feddersen bis zu Helmut Liley, Rüdiger Pauli und Wolfgang Werkmeister. Dr. Axel Feuß aus Flensburg eröffnete sie mit einer Lobeshymne auf das Skizzenbuch als authentischste Form der Entstehungsgeschichte eines Kunstwerkes und intimen Einblick in die Denk- und Vorgehensweise eines Künstlers.

Damit einhergehend unterstrich er die Bedeutung von "Arbeiten auf Papier", wie sie in dieser Zusammenstellung ausschließlich vorkommen: Aquarelle, Pastellzeichnungen, Druckgrafik und Bleistiftzeichnungen stellen die Vielfalt der norddeutschen Landschaft in immer wieder neuen Stimmungen dar. Bekannte Namen finden sich, wie Ingwer Paulsen, dessen Sohn auch unter den Gästen war und im anschließenden Rundgang lebhaft auf Platt aus dem Leben und Schaffen seines Vaters berichtete. Theodor Bruhn, über den wir unlängst berichteten, war mit zwölf Arbeiten vertreten. Der bundesweit gefragte Bühnenbildner, Schauspieler und freie Künstler Uwe Thill, gebürtig aus Flensburg, lebend auf Pellworm und der ebenfalls aus Flensburg stammende Alexander Eckener (Radierungen in Ockholm in Thamsens Gasthof!) sind vertreten, Albert Johannsen, der Dithmarscher Willy Graba, der später auf Langeneß lebte und arbeitete, die Malerinnen Anna Gottburgsen und Wilma Bräuner und viele mehr. Sehr interessant war der kunstgeschichtliche Überblick durch Dr. Feuß, der die Künstler geschickt in Gruppen zusammenfasste, nach Lebensdaten, Studiengängen und Stilrichtungen bzw. Intentionen ordnete und so den zahlreich erschienen Gästen eine bessere Einordnung ermöglichte.

Eine kleine Zeitreise durch die letzten 200 Jahre Kunst in Nordfriesland, nicht ohne ein kritisches Licht auf die Nazizeit zu werfen, in welcher der eine oder andere in Richtung "Blut und Boden" rutschte, was zum Glück nicht für die in der Ausstellung gezeigten Werke gilt.

Die Galerie ist jeden Montag bis Mittwoch und Freitag von 17-19 Uhr geöffnet, außerdem nach Vereinbarung unter 0175-2211300. Neben den Bildern finden sich edle Möbel, z.B. Stühle aus der Hand von Heinrich Vogeler, Worpswede. Ein Besuch lohnt sich.

Andrea Claussen 

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